Mittwoch, 31. August 2011

Neumond in der Jungfrau

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Neumond vom 29. 8. 2011, 5:03 Uhr. Eine nächste Runde im kosmischen Ring. Eingeläutet auf 6° Jungfrau. Mit Neumond beginnt ein neuer Zyklus, der im Vollmond seinen Höhepunkt findet und die Erfahrung integrierend, bis zum nächsten Neumond sich abrundet. "Ich bin Jungfrau", sagte ein norddeutscher, mir bis dahin unbekannter Wandergenosse, und zwinkert. Aha, da wird ein Spässle gemacht, das Spiel mit Schuld und Unschuld. Jungfrau, ein oft verkanntes Zeichen. Wird ihr doch hauptsächlich Ordnungsfimmel, Kleinkariertheit, Vorsichtigkeit und Analysefähigkeit angelastet. Arbeiten und Dienen. Puuhhh … anstrengend. Der wandernde Zeitgenosse signalisierte mit seinem Zwinkern allerdings noch ein paar andere Facetten … "ich bin nicht so unschuldig, wie ich aussehe".

Der zur Jungfrau gehörende Heraklesmythos lautet: Herakles soll der Amazonenkönigin Hippolyta einen Gürtel abnehmen, den sie von der Liebesgöttin Aphrodite bekommen hat. Dieser Gürtel ist ein Zaubergürtel, der unwiderstehlich macht, sobald ihn die Trägerin anzieht. Hera hatte sich seiner auch schon bedient, als sie Zeus ganz für sich einnehmen wollte. Hippolyta hörte von der Aufgabe des Herakles und beschloss, den Gürtel freiwillig herzugeben. Als Herakles ihr Reich betrat, ging sie ihm freundlich entgegen. Herakles allerdings, der große Kämpfer, merkte die Absicht der Königin nicht. Seine Erfahrung war die, dass alles im Kampf erobert werden muss, also stürmte er auf sie zu, tötete sie und nahm ihr den Gürtel ab. Erst da merkte er, dass er einen Fehler gemacht hatte und seine Aufgabe nicht wirklich gelöst war, dass töten, erlegen, jagen, verfolgen, erwürgen, erstechen, einfangen nicht immer der richtige Weg ist. Er hatte nicht aufgepasst, nicht hingeguckt, nicht hingehört. Auf dem Heimweg hörte er verzweifelte Hilfeschreie. Ein Seeungeheuer hatte die Prinzessin Hesione verschlungen. Er sprang ins Wasser, drang in den Bauch des Ungeheuers vor und befreite Hesione. Damit war der Tod der Amazonenkönigin gesühnt.
In der Jungfrau lernen wir also, dass nicht alles erkämpft werden muss. Wir begegnen der Amazonenkönigin und lernen, dass uns auch freiwillig etwas gegeben wird. Lernen den Gürtel der Aphrodite zu nehmen, den Gürtel der Hingabe. Aber vor allen Dingen lernen wir tatsächlich vorsichtiger zu sein, erstmal hinhören und hinschauen, bevor wir handeln. Wir lernen, unsere Gefühle nicht auf andere zu projizieren und zu schauen, was geht eigentlich in dem Anderen vor. Wir lernen, uns schuldig zu machen, obwohl wir gerne unschuldig blieben. Lernen, dass es Wiedergutmachung gibt (Herakles rettet Hesione), wir lernen das Helfen.

Die Jungfrau wird als Engel dargestellt und Merkur herrscht in der Jungfrau als Seelenführer. Wir dürfen also darauf vertrauen, dass unsere Seele geführt wird. Wenn Hesione ruft, sollten wir sie retten. Und wenn uns Gürtel überreicht werden, sollten wir sie nehmen. Die Jungfrau beherrscht dann, das rechte Tun, das rechte Geben und Nehmen, das rechtzeitige Aufhören, und den rechtzeitigen Aufbruch, sie beendet das Überholte und sie erntet das Gute. Aber nur dann, wenn wir nicht aus Versehen eine Königin platt gemacht haben. Auch das geschieht immer wieder. Wir lernen, mit Schuld zu leben. Gerne sagt die Jungfrau, "dafür kann ich nichts", "das war ich nicht", "ich wasche meine Hände in Unschuld". Ja, so isses. Beständiges Üben ist angesagt im jungfräulichen Neumondzyklus. Zumal Pluto, Neptun, Chiron und Venus (siehe Aspekte) mitarbeiten.

Achja, 6° Jungfrau. Das sabische Symbol lautet: Ein Karussell. Im schwindelerregenden Tempo, auf und ab, im Kreis. Vielleicht macht uns diese Runde in der Jungfrau ja richtig Spaß.

Jungfräuliche *zwinker* Grüße von Siri 

PS: Ein großes Symbol ist der Gürtel. Ein Symbol für Verführung, aber auch Keuschheit, man öffnet ihn (sich), man schließt ihn (sich).
Kreisläufe werden eröffnet und geschlossen. Hier ein, für meinen Geschmack, interessantes Internetbook zum Thema "Gürtel": Ihr braucht der schönen Tänzerin nur auf den Gürtel zu klicken.



Freitag, 26. August 2011

iGod übergibt das Zepter


Als Apple-Fan, von Anfang an, macht es mich nun doch betroffen, dass Steve Jobs, als Chef von Apple, endgültig abtritt. Steve Jobs ist einer, der nichts dem Zufall überlässt, und seinen Abgang genau geplant hat, und zwar genau in dem Moment, seit dem er wusste, dass er nicht mehr lange zu leben hat. Er ist ein visionärer Unternehmer, der wie kaum ein anderer die mediale Welt verändert hat. Er hat im Grunde den Personalcomputer eingeführt, den digitalen Lifestyle massenfähig gemacht, die gesamte Telekommunikationsbranche auf den Kopf gestellt und mit dem iPod, dem iTunes-Store, dem iPhone und dem iPad ganze Industriezweige umgekrempelt. Ihm ging es um Visionen und um Veränderungen, ihm ging es nicht darum "eines Tages der reichste Mann auf dem Friedhof zu sein, sondern abends ins Bett zu gehen und sagen zu können, wir haben heute etwas Wunderbares geleistet, das ist es, was für mich zählt". 

Mein erster Mac, der iMac 1998.
Für mich persönlich waren es die Schönheit und Klarheit der Produkte, in letzter Konsequenz bis ins Ladekabel. Die Anwenderfreundlichkeit, die es auch meiner 80-jährigen Mutter erlaubt, ein iPad zu bedienen. Ich bin nicht der große Computerkenner, aber mit Apple ist es einfach schön zu arbeiten, das, was ich nicht verstehe, wird im Hintergrund erledigt, der Rest funktioniert, ohne dass ich Kurse besuchen muss. Das ist der Benefit und für mich noch in "kalifornischem Weiß". Aus dieser Haltung heraus ist ein Unternehmen entstanden, das zu den 5 größten der Welt gehört, mit einer Unternehmens- und Produktphilosophie, einer Apple-DNA … die auch ohne Steve Jobs in Zukunft tragfähig sein wird. 
Als Mensch wird er als schwierig bezeichnet, für ihn soll es nur Sieger oder Versager geben. Er ist gnadenlos kompromisslos, will großartige Sachen und diese in unbedingter Perfektion und setzt auf künstlerische Werte. 

Da schaut man doch gerne mal wieder ein Horoskop an:
Horoskop Steve Jobs, 24. Februar 1955, 19:15 Uhr in San Francisco

Fische-Sonne im 6. Haus, und das 12. Haus im Löwen: Hier ist einer, dem geht es um Visionen und Träume, jemand der Zugang zu den kollektiven Träumen hat, ein durchweg Intuitiver, der dies in die Realität des Alltags bringen will. Sein Widder-Mars hat zudem eine Neptun-Opposition, auch hier mischt Neptun mit. Man unterschätze nie die Fische. Mit Jungfrau-Aszendent und Wassermann-Merkur im 5. Haus: ein Merkur der ungewöhnliche Wege geht, im schöpferischen Sinne. Merkur ist rückläufig und empfängt keine klassischen Aspekte. Hier wird nur Rücksprache mit sich selbst gehalten. Jungfrau-AC hat die Kraft des rechten Tuns. Steve Jobs liebt das Perfekte und Kompromisslose, das Inspirierte und das Schöne … eine Entsprechung für Venus im Steinbock, die Aspekte zu Saturn, Jupiter und Uranus bildet. Und ist ein angebissener Apfel nicht ein wunderbares Venussymbol?
Ein Satz von ihm, der mir eine gute Entsprechung für sein Horoskop zu sein scheint, ist: "Verliert euren Glauben nicht (Fische), die einzige Weise, wie ihr große Leistungen vollbringen könnt, ist, dass ihr liebt, was ihr  tut." Und sind wir Fans nicht alle ein bisschen apple? Ein Fischlein im großen Apple-Schwarm?

Für die Apple-Fans die gleichzeitig Astrologen sind,  ist es gar nicht so leicht Astrologieprogramme zu finden, die ausschließlich auf dem Mac laufen, ohne dass man Windows nebenher installieren muss. Aber es gibt ein Programm das ich sehr gut finde und mit dem ich schon Jahre sehr gut arbeite: Kairon, made in Wien.
http://kairon.formativ.net . Kairon gibt es auch als abgespeckte Version für iPad/iPhone als App. 

Grüße von Siri 
(heute außerhalb der Mittwochsreihe, als kleine Zugabe am Venustag)

PS: Wer mehr über den iKult wissen will. Hier der sehr interessante Spiegelartikel der Ausgabe 17 vom 26.4.2010
http://wissen.spiegel.de/wissen/image/show.html?did=70228777&aref=image042/2010/04/24/CO-SP-2010-017-0066-0078.PDF&thumb=false



Mittwoch, 24. August 2011

Jupiter - Star der Nacht

Foto (siri): Nächtlicher Blick vom Mont St. Odile, 23.8.2011, 0:32 Uhr. Jupiter im Osten.

Als mitten in der Stadt lebender Mensch, ist es mir eher selten vergönnt, Sternenhimmel in voller Pracht anzuschauen. Ein kleiner Wochenendausflug auf den Mont St. Odile (Alsace), lässt da mal wieder himmlische Ausblicke genießen. Da Venus sich zu einem Dauerstelldichein zur Sonne verzogen hat, ist jetzt des Nachts in voller Präsenz unser lieber Herr Jupiter zu sehen. Hell, strahlend und allein. Jupiter geht heute um 22Uhr40 auf, und da einen das herrliche warme Sommerwetter zur Nachteule macht, können wir den nächtlichen Begleiter gut beobachten. 

Jupiter der Herr der Weisheit, der Gnade und des unvergänglichen Rats, Förderer, aber auch Blitzeschleuderer, wenn wirs denn brauchen. Er bringt uns in die Erfahrung, damit wir durch Erfahrung weiser und klüger werden, liebevoller und gnädiger … vielleicht …
- Jupiter steht heute auf 11° Stier, auf diesem Grad hält er sich bis 14. September auf.
- Am 31.8. wird er auf diesem Grad rückläufig bis er am 26.12. auf 1° Stier wieder direktläufig wird. 
- Er verlässt das Tierkreiszeichen Stier erst am 12.6.2012 und wechselt dann in den Zwilling.

Das sabische Symbol auf 11° Stier lautet: Eine Frau gießt Blumen in ihrem Garten. Hier geht es um Kultivierung, und Beachtung von Rhythmen, Sorgfalt und Pflege. Es beinhaltet Geduld, Wachstum und blühende Ergebnisse. 
Jupiter im Stier fördert die Erhöhung unserer Lebensqualität und lehrt uns wieder Boden unter den Füßen zu bekommen und Sicherheitslagen zu stabilisieren. In dieser Zeit der Umbrüche, eine Phase der Erdung und Stabilisierung. Aber auch Ausdehnung unserer bisherigen Bewusstseinsgrenzen. Über den Tellerrand hinausblickend geht es darum, nicht alte Stabilitätspakte herzustellen (das wäre saturnisch), sondern in den Phasen der Veränderung den Boden neu bearbeiten und kultivieren. Das was neu geworden ist, nun gießen, pflegen und zur Entfaltung bringen.

Im persönlichen Geburtshoroskop kann man nun schauen, wo Jupiter Aspekte bildet. In meinem Fall z.B. bildet er eine Opposition zur Sonne. Und auf der Achse Stier-Skorpion geht es dann um die Kultivierung "vom rechten Loslassen und vom rechten Festhalten".  
Und welches Haus besucht er (durch seinen Transit)? Hier eine Minianregung für jedes Haus:

Besuch im 1. Haus: Hier fördert er die Selbsterkenntnis und neue Ideen.
Besuch im 2. Haus: Hier fördert er den Boden unter den Füßen und Selbstsicherheit.
Besuch im 3. Haus: Hier fördert er fundierte Kommunikation und Toleranz.
Besuch im 4. Haus: Hier fördert er eine stabile Seelenlage.
Besuch im 5. Haus: Hier fördert er ein konkretes Sichtbarmachen von Schöpfungsimpulsen.
Besuch im 6. Haus: Hier fördert er Entfaltung von Gesundheit und stabilen Arbeitsverhältnissen.
Besuch im 7. Haus: Hier fördert er blühende Beziehungs- und Liebesverhältnisse.
Besuch im 8. Haus: Hier fördert er die Kultivierung einer erfolgreichen Konfliktbewältigung.
Besuch im 9. Haus: Hier fördert er Verwurzelung von Erkenntnis.
Besuch im 10. Haus: Hier fördert er Verantwortungsbewusstsein für die eigene Berufung.
Besuch im 11. Haus: Hier fördert er konkret den Gruppengeist.
Besuch im 12. Haus: Hier fördert er das Vertrauen ins Schicksal und ins Getragenwerden. 

Grüße von Siri

Mittwoch, 17. August 2011

Löwe hat Geburtstag … Jonathan Franzen


Bild: Jonathan Franzen auf der Frankfurter Buchmesse 2010
Horoskop: Jonathan Franzen, 17. 8.1959, Chicago (Il)

Im letzten Blog war ja Löwe das Thema. Heute hat einer Geburtstag. Jonathan Franzen, 17. August 1959, Chicago, die Geburtszeit ist mir leider leider unbekannt. Derzeit lese ich seinen Roman "Freiheit", der letztes Jahr auf den Markt kam. Vielleicht kennt ihr ja auch "Korrekturen" von ihm.

In "Freiheit", wieder ein Familienroman, stellt er die Berglund´s, eine liberale, politisch aufgeklärte, ökologisch engagierte Obama-Wähler-Familie in den Mittelpunkt. Ich habe ungefähr 261 Seiten gebraucht, um in den Lesefluss zu kommen, aber jetzt bin ich voll drin. Es ist das Gefühl, dass das Buch mehr über einen weiß als man selbst. Man fühlt sich seltsam entlarvt und ist zwischendrin froh, dass man ja allein ist, wenn man liest. Er schreibt akribisch, detailgenau, geduldig, psychologisch im scheinbar Banalen tiefgründig, manchmal ist man genervt von den Charakteren, versteht sie aber doch, unglaublich gut beobachtend und literarisch fein. Und wenn man so ein Buch liest hat man auch etwas mit dem Autoren. Deshalb interessiert die Astrologin natürlich das Horoskop.


Mit Sonne im Löwen wird er die öffentliche Anerkennung genießen, auch wenn er es bestreitet, es ihm eher unbehaglich ist auf den Sofas der Kritiker und bei den Autogrammstunden … mit Chiron-Opposition. Sonne auf 25° Löwe, das sabische Symbol lautet: "Ein großes Kamel durchquert eine riesige, gefährliche Wüste". Der Schlüssel: Unabhängigkeit, angesichts eines langen und erschöpfenden Abenteuers. Um ein solches Buch zu schreiben, mit 700 Seiten und an keiner Stelle ungeduldiges Weiterhasten, da braucht man Unabhängigkeit und starkes Selbstvertrauen. Die Wüste bedeutet auch Einsamkeit, ein langer Weg mit vielen Gefährlichkeiten, aber auch großen Reserven (großes Kamel). Zwischen den "Korrekturen" und "Freiheit" liegen 9 Jahre. Er lässt sich also Zeit, die Wüste ist groß. Das Ergebnis ist dann aber auch großartig. Das Sonne-Jupiter-Quadrat und Jupiter im Skorpion bringt es in den für uns psychologisch gültigen Zusammenhang und dadurch in den Erfolg.


Mond im Wassermann, mit einem Gefühl für Freiheit, dem Wunsch nach Freiheit, aber auch der Beobachter von außen. Der Nestflüchter. Der, der nicht dazugehört, der Außenseiter, sieht mit Abstand was geschieht. Venus und Mars, der Energiekreislauf in der Jungfrau, mit Liebe zum Detail und der Energie, es aufs Papier zu bringen. Die Konzentration aufs Wesentliche, und keine Verzettelungen. Hier ist die Geduld des Beobachters, Franzen beobachtet neben den Menschen und ihre Verstrickungen in Familie und Gesellschaft auch gerne Vögel.

Die Mondknotenachse auf Widder-Waage, Ich und die Anderen sind Thema im Hintergrund. Merkur, der der schreibt, im Löwen. Es geht um den großen Entwurf, das Ganze, keine halben Sachen, er schreibt über das, was ihm am Herzen liegt. Mit Neptun-Quadrat eingebunden ins größere Ganze. Mit Saturn im Steinbock kann er was durchziehen, es in die Struktur bringen und bringt die gesellschaftlichen Themen auf den Plan.


Happy birthday Mr. Franzen.


Grüße von Siri


PS: http://de.wikipedia.org/wiki/Jonathan_Franzen


Mittwoch, 3. August 2011

Neumond im Löwen



Am 30. Juli 2011 um 20Uhr39 war wieder Neumond. Neumond auf 8° Löwe. Ein neuer Mond-Zyklus ist eröffnet. Mond ist im Löwen, da freuen sich immer alle. Löwe ist gut und bringt Freude, da darf man dann seinem Ego frönen, feiern, kreativ und großherzig sein, Kinder zeugen und überhaupt alles machen, was Spass macht. Oh jaaa, das ist schön. Venus steht auch dabei, noch besser. Aber wie vieles im Leben gibt es auch hier eine Kehrseite, eine Herausforderung, eine Aufgabe. Und da ich mein 5. Haus (das Löwehaus) im Steinbock stehen habe, kann ich ein echter Spielverderber sein, und euch davon erzählen.

Zum Löwen gehört die Heraklesaufgabe: Die Begegnung mit dem nemeischen Löwen. Herakles sollte einen wilden Löwen fangen und töten, der in der Gegend von Nemea wütete. Herakles musste aber lange suchen, bis er den Löwen fand. Er sah nur die Verwüstungen und hörte den Löwen in der Ferne brüllen. Als er ihn endlich fand, versuchte er ihn mit Pfeil und Bogen zu töten, aber dies gelang ihm nicht, denn die Pfeile prallten an der Schulter des Löwen ab. Schließlich folgte er dem brüllenden Ungeheuer in den Wald zu seiner Höhle. Diese Höhle hatte allerdings zwei Ausgänge und der Löwe entwischte ihm immer wieder. Schließlich verschloss er beide Ausgänge, stellte sich dem Löwen und erwürgte ihn. Das Löwenfell nahm er mit und trug es um seine Schultern.
Der Mythos weist uns den Weg: Löwe symbolisiert unser Ego und unseren Wunsch, etwas Einzigartiges und Besonderes zu sein. Der Löwe als Herrscher, als König auf der Bühne des Lebens, dem das Publikum und Volk Ehre und Anerkennung erweist. Der Löwe erhebt sich über die Anderen. Das Gebrüll ist groß und wollen wir des Egos habhaft werden, bekommen wir es nicht zu fassen. Immer wieder entzieht es sich durch ein Hintertürchen. Es lässt sich nicht fangen, bis wir schließlich in die Höhle des Löwen gehen. Wir müssen sogar noch die Ausgänge verschließen, uns stellen und es würgen, bis es die Klappe hält. Das ist eine superschwere Aufgabe, schließlich brauchen wir unser Ego, um auf dieser Welt zu leben. Aber es sollte uns nicht beherrschen, das ist die Heraklesaufgabe. Immer dann, wenn wir etwas machen, um Lob und Anerkennung zu bekommen, dann brüllt der Löwe. Tun wir es aus Liebe, aus dem Herzen heraus ohne etwas zurück zu erwarten, ohne Lob zu erwarten, ohne zurückgeliebt werden zu wollen, ja dann tragen wir das Löwefell.

Im Löwen lernen wir also, unsere wahren Motive zu beobachten. Lieben wir wirklich? Lieben wir, was wir tun? Tun wir es aus ganzem Herzen? Mit ganzer Kraft und ganzem Einsatz? Sind wir frei von Selbstsucht? Sind wir Künstler aus uns selbst heraus oder weil wir wollen, dass die Welt auf uns schaut? Zeugen wir Kinder um der Kinder willen, oder weil wir unser Ego damit füttern wollen? Wenn wir in die Welt schauen, in die Politik, im Moment gerade auch auf die USA mit ihren sonderbaren Streitereien um Schuldengrenzen, auf die Wirtschaftslagen und Hungersnöte … wir sehen nur die Verwüstungen, der Löwe brüllt in der Ferne. Der Held in uns zieht den Schwanz ein.

Merkur wird morgen rückläufig werden. Vielleicht hilft uns seine in der Phase der Rückläufigkeit reflektierende innehaltende Art in dieser Zeit des neuen Mondzyklus, etwas von dem großartigen, großzügigen, gebenden, liebenden Löwen in uns zu entwickeln, um wahre Freude zu finden.

Grüße von Siri