Mittwoch, 25. Dezember 2013

Weihnachten

foto©siri


Ich sehn´mich so nach einem Land
der Ruhe und Geborgenheit.
Ich glaub´, ich hab´s einmal gekannt,
als ich den Sternenhimmel
weit und klar vor meinen Augen sah,
unendlich großes Weltenall.
Und etwas dann mit mir geschah:
Ich ahnte, spürte auf einmal, das alles:
Sterne, Berg und Tal,
ob ferne Länder, fremdes Volk,
sei es der Mond, sei´s Sonnenstrahl,
dass Regen, Schnee und jede Wolk,
dass all das in mir drin ich find,
verkleinert, einmalig und schön.
Ich muss gar nicht zu jedem hin,
ich spür das Schwingen,
spür die Tön´ein´s jeden Dinges,
nah und fern,
wenn ich mich öffne und werd still
in Ehrfurcht vor dem großen Herrn,
der all dies schuf und halten will.
Ich glaub, das war der Moment,
den sicher jeder von sich kennt,
in dem der Mensch zur Lieb´bereit:
ich glaub´, da ist Weihnachten nicht weit!

Hermann Hesse

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Vollmondtime

foto©siri
So schön können wir derzeit den Mond anschauen. Ein klarer Abendhimmel nach einem herrlichen Tag. Ein Genuss. Vollmond war gestern am 17.12. um 10Uhr28 ... ein kommunikativer freundlicher Vollmond auf 26° Zwillinge. Da der exakte Vollmond auch immer die exakte Opposition zur Sonne darstellt, steht die Sonne auf 26° Schütze. Die Achse von Wissen und Weisheit, von Vielem und Einem, von Erfahrung und Erkenntnis, von Detail und Überblick, von Suchen und Finden. Bis zum nächsten Neumond am 1. Januar 2014 eine gute Zeit, sich mit den religiösen Themen zu beschäftigen, oder sich abzulenken mit Glühweingetöse. Eine Zeit, in der wir aus den Erfahrungen des Jahres rückblickend Erkenntnis gewinnen können. Das sabische Symbol des Vollmondes lautet: Rauhreifbedeckte Bäume vor einem Winterhimmel. Ein ungewöhnliches Symbol für eine Zwillingethematik. Aber es weist uns darauf hin, dass wir das WESENTLICHE erkennen können. Die Reifungsprozesse sind abgeschlossen, die Kühle der Gedanken legt sich wie Raureif auf das Gewesene und wir schauen auf den Winterhimmel (Schütze) um das, für uns Wesentliche des Jahres, als Erkenntnis zu gewinnen. Nicht umsonst die Zeit der Jahresrückblicke. Wir können unseren eigenen persönlichen Jahresrückblick machen: Was war das Tollste was ich gesehen habe? Was das Großartigste, das ich gehört habe? Was das Außergewöhnlichste, das ich gemacht habe? Was das Schönste, das ich erlebt habe? Wer hat mich am meisten beeindruckt? Was war das Unerhörteste? Was die größte Herausforderung? Was das Schicksalhafteste? Was das Ungewöhnlichste?

 
Dieser aktuelle Vollmond am Himmel steht direkt an der Spitze des Horn des Stiers und symbolisiert somit einen Punkt des Angriffs. Etwas auf die Hörner nehmen heißt auch immer "es anpacken" … Erkenntnis nicht nur Erkenntnis sein lassen, sondern umwandeln in konkrete Vorsätze und Taten. 
Vollmond, 17.12.2013, 10Uhr28, Berlin
Die neue Bundesregierung will ja jetzt auch wieder arbeiten … gut so … wird auch Zeit. Das Vollmondhoroskop mit einem Wassermann-Aszendenten lässt Überraschungen vermuten und siehe da, wir haben eine Verteidigungsministerin. Wenn das mal keine Überraschung ist … doch dazu ein ander Mal mehr.

Herzliche Grüße Siri

Freitag, 13. Dezember 2013


Der erste Schluck aus dem Becher der Wissenschaft führt zum Atheismus, aber auf dem Grunde des Bechers wartet Gott. 
Werner Heisenberg 



Mittwoch, 11. Dezember 2013

Kapitän seiner Seele

fotos©siri
"To be free is not merely to cast off one´s chains, but to live in an way that respekts and enhances the freedom of others". Worte von Nelson Mandela am Eingang des Apartheid Museums in Johannesburg. In dieses Museum konnten wir durch die Tür "nur für Weiße" oder "nur für Schwarze" eintreten, um einen Eindruck von der krassen Rassentrennung zu gewinnen, um dann in die Geschichte von Südafrika und die Befreiung von Apartheid einzutauchen. Eindringlich, nachdrücklich, bedrückend, laut und eng, immer wieder wie in einem Gefängnis, Galgenstricke hängen von der Decke, Filme, Reden, Kämpfe, Texte, Plakate. Sehr ehrlich, sehr nah und nicht nur pathetisch, sehr beeindruckend und nachdenklich machend. Auf unserer Reise durch Südafrika in diesem Sommer, war uns die Befreiungs- und Symbolfigur Nelson Mandelas allgegenwärtig. Die Menschen lieben ihn, er ist ihr Erlöser, Befreier und Versöhner. Ein Mensch, ein Berufener … einer, der ein ganzes, langes, großes Leben in den Dienst eines Ideals gestellt hat, dem Ideal von Freiheit, Gerechtigkeit und Menschlichkeit. Sehr gut gefiel mir die Rede Barack Obamas, anlässlich der Trauerfeier im Soccer City Stadion von Johannesburg … er sprach von der Macht von Ideen, Visionen und Träumen und er sprach auch von der Macht der Taten, von Wirklichkeit, Geduld und Beharrlichkeit. Er sprach von Disziplin, von gemeistertem Zorn, von jemandem der in der Lage war, Konsequenzen zu tragen. Er sprach von einem Band von Menschlichkeit, vom Teilen und der Sorge um andere. Er war beeindruckt von der tiefen Empathie Mandelas. Er sprach von einer Ikone, die nicht dem Alltag enthoben war, die nicht nur Gesetze geändert hat sondern auch Herzen. Er sprach von einem, der tatsächlich in der Lage war, Versöhnung Wirklichkeit werden zu lassen und an das Beste in uns Menschen appellierte. Er appellierte auch an das Beste in Barack Obama, der wie er zugibt, noch auf dem Weg ist. Und er zitierte zu guter Letzt Nelson Mandela mit dem Satz "Ich bin der Kapitän meiner Seele". Das beeindruckt mich auch … Kapitän meiner Seele zu sein. Nelson Mandela war ein Krebs. Für mich drückt dieser Satz den vollkommen erlösten Krebs aus. Krebs, das Zeichen der Seele.

Das Horoskop von Nelson Mandela stelle ich hier ein, möchte aber nicht groß daran herumdeuten. Meiner Überzeugung nach, versuchen wir unser Horoskop zu leben … manche aber ... wachsen über ihr Horoskop hinaus.

Nelson Mandela, geboren am 18. Juli 1918, 15 Uhr in Umtata, South Africa

Für die Freunde der Fixsterne habe ich zudem, die beiden Sterne des heliakischen Auf- und Untergangs zum Zeitpunkt der Geburt Nelson Mandelas errechnet.

Der Stern des heliakischen Aufgangs ist der Stern, unter dem man geboren wird, er beschreibt den Lebensauftrag der Seele, es ist der Auftrag, der diese Inkarnation begleitet. Nelson Mandelas Geburtsstern ist Capella - der Wagenlenker. Capella ist der Hauptstern im Sternbild des "Fuhrmanns". Ich zitiere wortwörtlich nach Bernadette Brady: "Capella wird mit dem Streben nach Freiheit und Unabhängigkeit auf nichtaggressive Art und Weise assoziiert" und beschreibt den Lebensauftrag Nelson Mandelas.
Der Stern des heliakischen Untergangs beschreibt das Werkzeug, mit dem man seine Aufgabe meistert. Der Stern Nelson Mandelas, sein Werkzeug, ist Facies - der Blick des Bogenschützen.  Facies liegt vor dem Gesicht des Sternbildes Schütze. Er symbolisiert das Ziel des Schützen. Ein absolutes Ausgerichtetsein voller Durchschlagkraft. Dieser Stern kann Führungspersönlichkeiten und Diktatoren hervorbringen. Er repräsentiert Konzentration und visionäre Fähigkeiten. Facies bedeutet auch für jemanden, dass er sich nicht von seinem Ziel abbringen lässt, unermüdlich und immer wieder seine Ziel anvisiert, verfolgt und in gewisser Weise unbestechlich ist.

Nun ist er gegangen, dieser großartige Mensch … ein Unsterblicher ist gestorben … lebt weiter in unseren Herzen und Gedanken. "Niemand wird geboren um einen anderen zu hassen … der Mensch lernt zu hassen … er kann auch lernen, zu lieben."

Herzliche Grüße von Siri

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Götter in Karlsruhe

Heute habe ich die Götter besucht im Badischen Landesmuseum, Karlsruhe. Ausstellung "Imperium der Götter. Isis, Mithras, Christus. Kulte und Religionen im römischen Reich". Ein Must have für Astrologen. Gleich beim Eintreten in diese umfangreiche Ausstellung werden wir mit dem Götterstammbaum des Götterpaares Jupiter und Juno konfrontiert … und ich war in meinem Element. Wir begegnen Dionysos und seinen Mysterien, sehen wie Demeter den Herakles in die Mysterien von Eleusis einweiht, begegnen der astrologischsten Religion unter den Religionen, dem Mithraskult. Dann die wunderbaren Göttinnen Isis und Kybele, der großartige Jupiter ... um uns dann mit dem monotheistischen Juden- und Christentum zu beschäftigen. Alles hängt zusammen, hat seinen Ursprung und ich stelle fest, dass mein Geburtstag ursprünglich ein Isiskulttag war, die Jakobinermützen der französischen Revolution auf die phrygische Mütze des Mithras zurückzuführen sind … weil eben jede Zeit die Symbole benutzt und für sich neu deutet. Wenn wir doch nur immer dieses Bewusstsein hätten, dann würden sich die Religionen besser verstehen und wir müssten einander nicht bekämpfen oder missionieren, soll doch jeder die Kopfbedeckung tragen die er will. Etwas näher eingehen möchte ich auf die Mithras-Philosophie. Sie entstand zeitgleich mit dem Christentum und war im ganzen römischen Imperium verbreitet. Mithras war ein Gott des Werdens und Vergehens, verbunden mit dem Rhythmus der Natur, des Jahreszyklus und des Kosmos. Er teilte sich mit dem Sonnengott die Herrschaft. Zur Tag-und-Nachtgleiche im Herbst übernahm er den Sonnenwagen, um das Licht sicher durch die dunkle Zeit zu bringen. Die Anhänger des Mithraskultes waren Suchende, auf dem Weg der Selbsterkenntnis und sie gingen einen Einweihungsweg, der sie durch 7 Planetenstufen führte. Durch die 1. Planetenstufe, der Merkurstufe bis zur letzten, der 7. Planetenstufe, der Saturnstufe. Es war ein siebenstufiger Abstieg der Einweihung um letztendlich wieder aufzuerstehen. Das Altarbild ist die berühmte Stiertötungsszene.

Ein nachgebautes Mithräum innerhalb der Ausstellung mit der Stiertötungsszene als Wandfresko. foto©siri
Relief mit Stiertötungsszene: Rom, Museo Nationale Romano ausgeliehen für die Ausstellung in Karlsruhe 
Wir sehen, wie Mithras den Stier am Kopf hält, und ihm ein Kurzschwert in die Halsschlagader sticht, das Blut des Lebens fließt heraus. Diagonal gegenüber des Kopfes, an den Hoden, ist der Skorpion, der ihm den Samen aussaugt. Der Astrologe weiß, dass es sich um die Achse Stier-Skorpion dreht. Der Stier, das Symbol für das Irdische, das Fruchtbare, das Mondhafte … denn der Stier ist ein weißer Stier … muss sterben. Jedes Jahr im November stirbt der Stier. Der Skorpion bewahrt den Samen, um im nächsten Jahr transformiert wieder aufzuerstehen.  Es geht um Stirb- und Werdeprozesse der Seele, um Auferstehung, um einen Weg den der Mithrant geht. Am Fuß der Tötungsszene ist die Schlange, das weiseste aller Tiere, das Symbol für den Weg der Erkenntnis. Auf der Darstellung des hier abgebildeten Reliefs, verbindet die Schlange den Stier  mit dem Skorpion und bildet somit die Achse noch deutlicher ab.
Wie sinnig ist es da doch, dass wir mundan die Mondknotenachse Stier-Skorpion haben. Der Stier am absteigenden Mondknoten und der Skorpion am aufsteigenden Mondknoten. Es geht um Wandlung, um die Wandlung von Werten, um Loslassen und Opferbereitschaft, um Begegnung mit der Bereitschaft zur Erneuerung.

Herzliche Grüße von Siri