Mittwoch, 28. September 2011

Neumond in der Waage

Man Ray - Venus in der Waage

Gestern war Neumond. Um 13Uhr09 standen Sonne und Mond auf 
4° Waage. Ein neuer Zyklus ist eingeleitet. Das sabische Symbol auf
4° Waage lautet: Um ein Lagerfeuer sitzt eine Gruppe junger Leute in geistiger Verbundenheit. Was für ein schönes Symbol, erinnert es mich doch an die 70er, als wir voller Begeisterung zusammen saßen und von einer besseren, gerechteren und umweltfreundlicheren Welt träumten, Rotwein tranken und uns verliebten. Begeistert und gemeinsam das Neue leben. Da passt es doch gut, wenn sich eine "Piratenpartei" aufmacht zu neuen Ufern, egal wie wir "Alten" nun zu deren Werten stehen. Es ist lediglich ein Zeichen für Aufbruch und, dass den Piraten die alten Werte überholt und versteinert erscheinen. Sie gemeinsam und hochgradig vernetzt am virtuellen Lagerfeuer sitzen und überlegen, wie sie eine Meuterei auf der Deutschland anzetteln können. "Klarmachen zum ändern" ist ihr Motto. Begeistert vom neuen Wind hat man in Berlin gewählt. Ahoi … mal sehen was sie zustande bringen. 

Neumondzeit im astro-salon, ist Mythenzeit. Und der zur Waage gehörende Heldenmythos des Herakles ist die Jagd nach dem Erymanthischen Eber. Die siebte Aufgabe des Herakles war es, einen wilden Eber zu fangen und zu zähmen, der auf dem Berg Erymanthos - im nördlichen Peleponnes - lebte. Auf seinem Weg ins Gebirge besuchte er Pholus und ließ sich, wie wir vom vorletzten Post wissen, auf ein illegales und fröhliches Trinkgelage ein, das "aus Versehen" mit dem Tod des Pholus endete. Reumütig erinnerte sich Herakles an seine ursprüngliche Aufgabe und machte sich auf den Weg. Er wanderte weiter, folgte den Spuren des Tieres bis an die Schneegrenze, bekam es aber nie zu sehen. Da überlegte er eine List.  Er grub eine tiefe Grube und legte diese gut getarnt als Falle an. Er wartete im dunklen Schatten der Nacht auf das Tier. Im Morgengrauen tappte der hungrige Eber in die Falle. Herakles zähmte ihn und trieb den Eber, an den Hinterbeinen hochhaltend, den Berg hinunter. Und allen, denen sie begegneten, erschienen sie als fröhliches Gespann. 
Ist das ein Mythos, aus dem wir auf Anhieb eine Waagethematik ableiten können? Wir erinnern uns an die vorangegangene Aufgabe (in der Jungfrau), als Herakles den Gürtel der Aphrodite erhielt. Mit dieser venusischen Botschaft meisterte er die siebte Aufgabe. In den bisherigen Aufgaben, von Widder bis Jungfrau, hatte Herakles nämlich immer gekämpft, getötet, eingefangen. Er war der aktive, der marsische Kämpfer. Nun aber verhielt er sich reaktiv, ließ den Eber, der sich hinter das Bollwerk des kalten Gebirges zurückgezogen hatte, auf sich zukommen. Er stellte ihm eine Falle, wartete geduldig und ... er zähmte ihn. Trieb ihn dann zweibeinig (das Symbol des aufrecht gehenden Menschen) den Berg runter. Hat ein bisschen was vom kleinen Prinzen und dem Fuchs. Sich das Fremde zum Freund machen, indem man es zähmt. In der Wende zur Waage, im Übergang von Jungfrau zur Waage, begegnen wir jetzt dem reaktiven Prinzip. 

Waagethemen sind das Spiel von Nähe und Distanz. Der Waagemensch, der hinter ein eiskaltes Bollwerk verschwindet, als Schutz  vor Menschen, die ihm nicht liegen, die er ablehnt, vor denen er Angst hat. Er zieht sich zurück, wird abweisend und kühl (Schneegrenze). In der Waage lernen wir, uns zähmen zu lassen und zu zähmen. Uns anzunähern, vorbehaltloser und offener zu sein, uns begegnen zu lassen. Wir lernen wahre Begegnung. Wir lernen lieben. Wir erkennen im anderen den eigenen Anteil. Wir lernen, Scheinharmonien und  weinselige Verbrüderungen mit Kentauren zu meiden und echte Begegnung und echte Harmonie zu entwickeln. Der Eber, das Schwein ist in vielen Mysterien ein großes Glückssymbol. Also, irgendwann sagen wir dann, "Schwein gehabt". 

Ich träumte mal von einem Eber. Ausgangslage war die: Ich liebte einen Mann, den die Frauen liebten, dem ich mir nicht sicher sein konnte, weil die Versuchung ihn umtrieb. Ich träumte also, dass ich morgens im Morgenrot vor unser Haus trat, um die schöne geschnitzte Haustür zu putzen, ich drehte mich um und auf der Wiese standen mehrere Eber und starrten mich unbeweglich an. Ich starrte voller Angst zurück und merkte, dass sie mich nicht angreifen wollten. Als ich aufwachte, dachte ich an den Mythos. Merkte, dass ich im Begriff war, mich zurückzuziehen aus dieser Beziehung, aus Angst vor Verletzung, hinter die Schneegrenze. Ich bin geblieben, habe mich angefreundet mit der Situation, habe gewartet und den Eber in mir gezähmt. Es war das Richtige … Schwein gehabt! Und zu Recht vermutet ihr jetzt eine Waagebetonung in meinem Horoskop.  

Also, falls uns jetzt die Piraten nicht ganz geheuer sind, oder irgendeine andere sonderbare Entwicklung, vielleicht sollten wir mal abwarten, bevor wir hinter der Schneegrenze verschwinden. Uns mit diesem Eber anfreunden. Uns begegnen lassen. 

Zahme Grüße von Siri

PS: Eine ganz andere Waage: Sonne in der Waage mit Jupiterkonjunktion. Einer, der sich als Kabarettist und Pianist, mit charmantem Auftreten und netten Plaudereien, den bösen Wahrheiten und Ungleichgewichten in der Welt widmet. Ihr müsst nur auf das Horoskop klicken. 


Mittwoch, 21. September 2011

Wendepunkt Waage

Astronomisch gesehen ist am 23.9. - sprich übermorgen - Herbstanfang. Das ist der Moment, an dem die Sonne den Himmelsäquator von Norden nach Süden durchschreitet, die Tag- und Nachtgleiche. Astrologisch gesehen, steht dann die Sonne auf
0° Grad Waage. 
Für mich persönlich heißt das dann auch, dass die Sonne bis zum Frühlingspunkt nicht mehr in mein kleines Wintergärtchen scheint. 

Mein Home-Observatorium
Waage, was ist das für ein Zeichen? Wenn wir bei Widder beginnend durch den Tierkreis gehen, ist es das erste und einzige abstrakte Tierkreiszeichen im Tierkreis. Kein Tier, kein Mensch, kein Engel, kein Wesen, kein Gott. Ein Gerät, das abwägt. Die Waage markiert einen Wendepunkt, egal, wie rum wir durch den Tierkreis wandern. Hier ist die Wende und eine Begegnungsstätte.  Hier begegnet das Ich dem Du. Hier begegnen sich die Gegensätze. Waage, das Prinzip des Ausgleichs und der Harmonie, ist bemüht, hier Gerechtigkeit herzustellen.
Wenn wir Waagen kennen, werden wir feststellen, dass sie so harmonisch nicht sind. Es scheint eher ein Ringen um Harmonie zu sein, ein ständiges sensibles Ausbalancieren der Kräfte, ein andauerndes Unausgeglichensein. Es gibt nur den Moment des Glücks, wenn es mal stimmt. Venus regiert die Waage … und damit wir das überhaupt hinbekommen … die Begegnung mit dem Du … ist hier ihr Sohn Amor aktiv. Getroffen vom Pfeil der Liebe und eingehüllt in eine rosa Wolke können wir uns ichlos dem Du hingegeben. Erst im Skorpion werden wir in die Reibung mit dem Du kommen. 

Eine ganz aktuelle Waage ist Klaus Wowereit. Zum dritten Mal hat er es geschafft, der lässige, coole, nonchalante und tolerante Bürgermeister von Berlin zu werden. Ihm wird eine "überraschend herzliche Zugewandtheit" bescheinigt. Die Berliner mögen ihn, und er mag Berlin. Sie verzeihen ihm alles. Er ist der Wohlfühl-Wowi, der Berlin-Versteher. "Berlin - das bin ich", sagt er. Man könnte sagen, eine echte Waage-Story, eine Liebesgeschichte zwischen Berlin und Wowereit. Anderseits kann er auch "ein Poltergeist sein, der einen im Senat in Minutenschnelle plattzumachen versteht". Abzuwägen gibt es in Berlin viel. All die Kräfte zwischen Ost und West, zwischen Kriminalität und   Rechtsstaatlichkeit, zwischen arm und reich, zwischen Heteros und Anderssexuellen ... Er scheint am richtigen Platz zu sein, hier braucht es eine Waage, hier begegnet einer, einer ganzen Stadt.

Die Waage am Himmel: am 23.9. 2011, 11Uhr04 ist Tag-und-Nachtgleiche. Tag und Nacht wird abgewogen. Das was im Widder begann, kommt nun in die Begegnung. Das Horoskop weist einen Skorpion- aszendenten auf. Wenn wir das Horoskop als Hinweis auf Entwicklungs- qualitäten der nächsten Zeit deuten, ist der Aszendent mit dem Herrschern Mars und Pluto der bestimmende Faktor. Die sind angebunden an Mond, Neptun, Chiron und Uranus. Könnte eine Zeit der Reibung werden, Unbehagen statt Wohlbehagen. Das Ringen um Gerechtigkeit kann von durchaus unangenehmer Natur sein, wie wir wissen. Waagethemen sind nicht immer schön.

Trotzdem, genießen wir die Momente des Glücks, wenn alles gerade in Balance ist. Und vom Waage-Mythos erzähle ich, wie gewohnt, beim nächsten Neumond.

Grüße von Siri

PS: Nachtrag zu Pholus. Pholus (Thema des letzten Posts) beschäftigt mich weiterhin. Ich habe mal geschaut nach einer schönen Pholus-Story und bin fündig geworden bei Herrn zu Guttenberg. Als er sein Fass "Ich-könnt-ja-mal-Kanzler-werden, und da brauch ich einen Doktortitel, das lass ich mal machen, wird schon nichts passieren" öffnete, wanderte zum Zeitpunkt, als die Kentauren den Inhalt des Fasses gerochen und ihn von der politischen Bildfläche wegputzten, Pholus über seine Schütze-Sonne. 

Mittwoch, 14. September 2011

Pholus - Ein Fass aufmachen

Herakles und Pholus
Regelmäßige LeserInnen werden bemerkt haben, dass ich eine Vorliebe für Asteroiden pflege. Juno, Vesta, Nessus, Amor, die Muse Klio … sind hier schon aufgetaucht. Ergänzende Faktoren bei Fragen der Liebe … wo steht eigentlich Amor? Bei Übergriffen Nessus? Bei Ehefragen Juno? Bei Alltagsproblemen Vesta? Und letzten Freitag, in unserer kleinen Astrogruppe, machte sich der Kentauer Pholus bemerkbar. Bei einem Stundenhoroskop zum Thema Geld. Geld, das auf betrügerische Weise abhanden gekommen war, wo jemand einem Anlageberater seine gesamten Ersparnisse anvertraut hatte und nun … alles weg. Und wie aus Versehen, die Einstellung aus einem vorangegangenen Horoskop noch nicht geändert, stand Pholus bei dieser Frage am Aszendenten. Was hat es mit Pholus auf sich? 

Wie immer hilft uns hier der Mythos weiter: Pholus ist ein Kentauer. Wie Chiron zwar nicht unsterblich, aber auch von gemäßigter vernünftiger Natur. Einer, der mit Herakles, unserem Sonnenhelden, befreundet ist. Herakles kommt, auf der Suche nach dem Erymanthischen Eber, bei Pholus vorbei. Ein wenig Entspannung vor der Tat, mit einem Freund zusammensitzen, abhängen, chillen. Und bei der Gelegenheit entdeckt er ein Fass Wein. Wein des Dionysos. Pholus hat das Fass allerdings nur in seiner Obhut, soll es bewachen, es gehört ihm nicht. Herakles aber … "ach komm, lass uns das Fass aufmachen, den Wein trinken, Dionysos wird schon nichts dagegen haben". Nach anfänglichem Zögern lässt sich Pholus überreden, sie öffnen das Fass und beginnen ein Gelage unter Männern. Von dem dionysischen Geruch des Weines angelockt (Dionysos ist der Gott der Ekstase und es ist sein Wein) kommt die gesamte wilde Kentaurenherde angerauscht und es entsteht ein wilder Kampf auf Leben und Tod. Herakles erschießt mit seinen Pfeilen, die er in das Hydragift getaucht hatte, viele Kentauren. Bei der Gelegenheit wird der unsterbliche Chiron aus Versehen verletzt und die unheilbare Wunde entsteht. Pholus aber, der schwer beeindruckt ist von der Tödlichkeit der Pfeile, zieht einen Pfeil aus einem toten Kentauer, verletzt sich dabei am Fuß, schneidet sich sozusagen ins eigene Fleisch und wird von dem Gift auf der Stelle getötet.
Wenn Pholus im Spiel ist, dann geht es um Verdrängung, Arglosigkeit und Blauäugigkeit. Man kennt die Konsequenzen und Gefahren, weiß eigentlich, dass es nicht recht ist, verdrängt aber dieses Wissen. Es wird schon gut gehen. Unvorsichtige Neugier. 
Man lässt sich überreden zu etwas, was nicht wieder gutzumachen ist. Man rechnet nicht mit solch heftigen Folgen. Der Tod des Pholus als Symbol für eine gewisse Unwiederbringlichkeit. Danach ist das Leben anders. Dort wo Pholus im Horoskop steht, ist er ein Hinweis auf diese psychischen Mechanismen, die wir bestimmt alle ab und an von uns kennen. Man macht halt mal ein Fass auf, egal wie es ausgeht. Das Anlocken der wilden triebhaften und unkontrollierbaren Kräfte der Kentauren, das Fass der Ekstase aufmachen, die unabsehbaren Folgen. Wir lassen uns drängen vom großen starken Freund Herakles und geben die Verantwortung ab. Was solls. Man lebt nur einmal.

Zitat aus dem Buch "Pholus" von Robert van Heeren und Dieter Koch ist:  "Pholus intensiviert den von ihm aspektierten Radixfaktor derart, dass wir in diesem Bereich zu ungewöhnlichen und oft unüberlegten Handlungen gedrängt werden. Häufig fühlt man sich dabei irgendwie ,angestachelt' und unter einer kaum erträglichen Dauerspannung. Es taucht eine unterentwickelte Facette des angesprochenen Teils unserer Persönlichkeit auf. Dies gibt uns einerseits oft spontane Einsicht in unsere diesbezüglichen Defizite und Mängel. Es treibt uns andererseits aber auch umso mehr zur Veränderung. Pholus scheint uns immer wieder in unerwartete Grenzsituationen zu katapultieren, in denen wir uns überfordert fühlen und letztlich unsere alten Grenzen überschreiten." 

Im Falle des Stundenhoroskopes steht Pholus am Aszendenten, beim Fragesteller selbst, repräsentiert diesen. Vielleicht wollte der Fragesteller mal das große Geldfass aufmachen, richtig Geld machen, einfach so, hat sich überreden lassen von einem Anlageberater, warum eigentlich nicht? Hat nicht auf das eigene ungute Gefühl gehört. Die große Gier der Kentauren gerufen. Nach allen Regeln der Kunst gedeutet: "Kommt das Geld wieder zurück? " mit dem zusätzlichen Hinweis, Pholus am Aszendenten, ließ es den Schluss zu, dass das Geld unwiederbringlich verloren ist, also nicht mehr zum Frager zurückkommt. Wer wagt, gewinnt nicht immer. Aber Pholus ist auch ein Wandlungsfaktor, durch diese Verlusterfahrung wird Reife und ein tieferer Blick in die Psyche gefördert. So gesehen, ist nichts verloren, nur gewonnen. 

Grüße von Siri



Mittwoch, 7. September 2011

Bücherisland

Da ich zum "lesenden Volk" gehöre (nach Lust und Laune und was mir so in die Hände fällt) mag ich Büchermessen. Jetzt findet bald die größte in Frankfurt statt, vom 12. - 16. Oktober, mit dem Ehrengast Island. Unter dem Titel "Sagenhaftes Island" präsentiert Island seine Kultur, gibt Einblicke in seine literarische Tradition und Gegenwart. Rund 30 isländische AutorInnen werden in Frankfurt erwartet. 
Meine, deutlich mehr als ich, lesende Freundin Rosina meinte,
"weißt Du eigentlich wie viel Einwohner die in Island haben? 320.000 vielleicht, gerade mal soviel wie Karlsruhe. So ein Miniland als Ehrengast auf der weltgrößten Buchmesse, das ist doch völlig uninteressant". Ja … Island ist ein kleines Land. Aber für meine romantische Ader dann doch interessant. Mit Island verbindet man Natur, Vulkane, Geysire, eine reiche Sagenwelt, die Staatspleite vor einem Jahr, der Ausbruch des Zungenbrechervulkans Eyjafjallajökull und seit einiger Zeit "Islandkrimis".  Die Isländer lieben Geschichten.
Seit dem Mittelalter hat sich die Sprache kaum verändert und so können auch die ersten Schriften von jedem Isländer noch heute im Original gelesen werden. Kaum ein Land hat, prozentual gesehen, soviel Autoren/innen und in Reykjavik haben die Buchhandlungen länger geöffnet als andere Geschäfte. Die meisten isländischen Haushalte pflegen die Tradition der Heimbibliotheken. Ein Lese-und Schreibeland also. 

Da muss doch mal wieder ein Horoskop her. Das von Island.
Island, 17.06.1944, 14:00 Uhr, Reykjavik


Auffallend ist die Zwillinge-Betonung im neunten Haus. Das Erzählen, Kommunizieren über Geschichten ist das Element der Zwillinge. Mit Uranus sind es ungewöhnliche Geschichten und die Sagen von Trollen, Feen und Ungeheuern (wahrscheinlich noch alle selbst von Uranus vor der Kastrierung durch Saturn gezeugt) sind von origineller Natur. Wissen und Weisheit eingeschlossen in den Heimbibliotheken (der eingeschlossenen Zwillinge-Schütze-Achse, auf 3-9). Waage-Aszendent mit Neptun … Neptun bringt womöglich eine Selbstunsicherheit des Landes mit sich. Die Flucht in Fantasie und Geschichten ist ein Weg der Selbstdarstellung. Und Klio (die Rühmerin), eine der neun Musen, steht mit Neptun direkt am Aszendenten. Sie ist die Muse der Heldendichtung und Geschichtsschreibung. Wen wunderst also, wenn Island das Land der Epen ist. 
Alle Planeten stehen über dem Horizont im Tagbereich. Es will alles in die Sichtbarkeit gebracht werden. Insofern ist eine herausgehobene Präsenz Islands, als Gastland auf der Buchmesse, durchaus angemessen. 
Wer sich mit "Spiegelpunkten" beschäftigt (ich nur am Rande), wird feststellen, dass man, spiegelt man die Planeten über die Widder-Waage-Achse, sich alle Planeten im unteren Nachtbereich des Horoskopes befänden. Die Spiegelung ist der Schatten der Planeten. In der Deutung können wir dann annehmen, dass die Nahrung für dieses Horoskop aus dem Schattenreich der Isländer kommt. Die dunkle raue  Geschichte, die vielen Untergangserfahrungen mit der Natur, die Überlebensgeschichten in diesem Land, die vielen gruseligen Krimis (ein paar davon habe ich gelesen). 
Wer mehr über Spiegelpunkte wissen will, siehe hier:

Sagenhafte Grüße von Siri

PS: Link zur Buchmesse: http://ww2.buchmesse.de/de.html