Götter in Karlsruhe

Heute habe ich die Götter besucht im Badischen Landesmuseum, Karlsruhe. Ausstellung "Imperium der Götter. Isis, Mithras, Christus. Kulte und Religionen im römischen Reich". Ein Must have für Astrologen. Gleich beim Eintreten in diese umfangreiche Ausstellung werden wir mit dem Götterstammbaum des Götterpaares Jupiter und Juno konfrontiert … und ich war in meinem Element. Wir begegnen Dionysos und seinen Mysterien, sehen wie Demeter den Herakles in die Mysterien von Eleusis einweiht, begegnen der astrologischsten Religion unter den Religionen, dem Mithraskult. Dann die wunderbaren Göttinnen Isis und Kybele, der großartige Jupiter ... um uns dann mit dem monotheistischen Juden- und Christentum zu beschäftigen. Alles hängt zusammen, hat seinen Ursprung und ich stelle fest, dass mein Geburtstag ursprünglich ein Isiskulttag war, die Jakobinermützen der französischen Revolution auf die phrygische Mütze des Mithras zurückzuführen sind … weil eben jede Zeit die Symbole benutzt und für sich neu deutet. Wenn wir doch nur immer dieses Bewusstsein hätten, dann würden sich die Religionen besser verstehen und wir müssten einander nicht bekämpfen oder missionieren, soll doch jeder die Kopfbedeckung tragen die er will. Etwas näher eingehen möchte ich auf die Mithras-Philosophie. Sie entstand zeitgleich mit dem Christentum und war im ganzen römischen Imperium verbreitet. Mithras war ein Gott des Werdens und Vergehens, verbunden mit dem Rhythmus der Natur, des Jahreszyklus und des Kosmos. Er teilte sich mit dem Sonnengott die Herrschaft. Zur Tag-und-Nachtgleiche im Herbst übernahm er den Sonnenwagen, um das Licht sicher durch die dunkle Zeit zu bringen. Die Anhänger des Mithraskultes waren Suchende, auf dem Weg der Selbsterkenntnis und sie gingen einen Einweihungsweg, der sie durch 7 Planetenstufen führte. Durch die 1. Planetenstufe, der Merkurstufe bis zur letzten, der 7. Planetenstufe, der Saturnstufe. Es war ein siebenstufiger Abstieg der Einweihung um letztendlich wieder aufzuerstehen. Das Altarbild ist die berühmte Stiertötungsszene.

Relief mit Stiertötungsszene: Rom, Museo Nationale Romano ausgeliehen für die Ausstellung in Karlsruhe 
Wir sehen, wie Mithras den Stier am Kopf hält, und ihm ein Kurzschwert in die Halsschlagader sticht, das Blut des Lebens fließt heraus. Diagonal gegenüber des Kopfes, an den Hoden, ist der Skorpion, der ihm den Samen aussaugt. Der Astrologe weiß, dass es sich um die Achse Stier-Skorpion dreht. Der Stier, das Symbol für das Irdische, das Fruchtbare, das Mondhafte … denn der Stier ist ein weißer Stier … muss sterben. Jedes Jahr im November stirbt der Stier. Der Skorpion bewahrt den Samen, um im nächsten Jahr transformiert wieder aufzuerstehen.  Es geht um Stirb- und Werdeprozesse der Seele, um Auferstehung, um einen Weg den der Mithrant geht. Am Fuß der Tötungsszene ist die Schlange, das weiseste aller Tiere, das Symbol für den Weg der Erkenntnis. Auf der Darstellung des hier abgebildeten Reliefs, verbindet die Schlange den Stier  mit dem Skorpion und bildet somit die Achse noch deutlicher ab.
Wie sinnig ist es da doch, dass wir mundan die Mondknotenachse Stier-Skorpion haben. Der Stier am absteigenden Mondknoten und der Skorpion am aufsteigenden Mondknoten. Es geht um Wandlung, um die Wandlung von Werten, um Loslassen und Opferbereitschaft, um Begegnung mit der Bereitschaft zur Erneuerung.

Herzliche Grüße von Siri

Kommentare

Mythopoet hat gesagt…
Hallo Siri,


wohl kein Zufall,
eine solche Ausstellung in KA...


Dankbar bin ich,
Jens Möller noch persönlich kennengelernt zu haben:
=> http://www.gmelin-verlag.de/html/jens-martin_moller.html

"Mythos einer Sonnenstadt" - höchst lesenwert über KA.


(KA - für mich die Kaspar-Hauser-Stadt..

Rudolf Steiner wollte sein Goetheanum/Johanneum
ursprunglich in KA errichten. Es wurde ihm verwehrt..

In Deiner Nähe: Der Goetheanum-Modellbau in Malsch -
=> http://anthrowiki.at/Goetheanum#Der_Modellbau_in_Malsch_.281908.2F09.29 )



Vielen lieben Dank
für Deine Betrachtung zur Ausstellung!

Beste Grüße
Mythopoet
DENARA hat gesagt…
Die Götterwelt in unserer Sonnenstadt ist beeindruckend und ein guter Ort im Karlsruher Schloss - morgen werde ich sie noch einmal erleben. Bin gespannt, was unser Astrologielehrer Ernst Ott dazu zu sagen hat. Die Mystik geht mir unter die Haut - Danke, liebe Siri, fand jetzt grad interessant, dass die mundane Mondkonotenachse Stier/Skorpion ist - mir also sehr vertraut. Fühle mich immer sehr wohl im Astrosalon :-)



siri hat gesagt…
Lieber Mythopoet,

danke für Deine wertvollen Hinweise zur Bedeutung von Karlsruhe. Ja, das ist wohl kein Zufall, wenn sich die Götter hier niederlassen.

Herzliche Grüsse und eine schöne Adventszeit wünscht Siri
siri hat gesagt…
Danke Denara für Deinen Kommentar. Was dein Lehrer Ernst Ott dazu zu sagen hat ... bestimmt nur das Beste, er ist ein besonderer Kenner des Mithraskultes und hat dazu einiges vor Jahren im Meridian geschrieben.

Liebe Grüße und eine schöne Adventszeit wünscht Siri

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