Wendepunkt Waage
Astronomisch gesehen ist am 23.9. - sprich übermorgen - Herbstanfang. Das ist der Moment, an dem die Sonne den Himmelsäquator von Norden nach Süden durchschreitet, die Tag- und Nachtgleiche. Astrologisch gesehen, steht dann die Sonne auf
0° Grad Waage.
Für mich persönlich heißt das dann auch, dass die Sonne bis zum Frühlingspunkt nicht mehr in mein kleines Wintergärtchen scheint.
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Waage, was ist das für ein Zeichen? Wenn wir bei Widder beginnend durch den Tierkreis gehen, ist es das erste und einzige abstrakte Tierkreiszeichen im Tierkreis. Kein Tier, kein Mensch, kein Engel, kein Wesen, kein Gott. Ein Gerät, das abwägt. Die Waage markiert einen Wendepunkt, egal, wie rum wir durch den Tierkreis wandern. Hier ist die Wende und eine Begegnungsstätte. Hier begegnet das Ich dem Du. Hier begegnen sich die Gegensätze. Waage, das Prinzip des Ausgleichs und der Harmonie, ist bemüht, hier Gerechtigkeit herzustellen.
Wenn wir Waagen kennen, werden wir feststellen, dass sie so harmonisch nicht sind. Es scheint eher ein Ringen um Harmonie zu sein, ein ständiges sensibles Ausbalancieren der Kräfte, ein andauerndes Unausgeglichensein. Es gibt nur den Moment des Glücks, wenn es mal stimmt. Venus regiert die Waage … und damit wir das überhaupt hinbekommen … die Begegnung mit dem Du … ist hier ihr Sohn Amor aktiv. Getroffen vom Pfeil der Liebe und eingehüllt in eine rosa Wolke können wir uns ichlos dem Du hingegeben. Erst im Skorpion werden wir in die Reibung mit dem Du kommen.

Die Waage am Himmel: am 23.9. 2011, 11Uhr04 ist Tag-und-Nachtgleiche. Tag und Nacht wird abgewogen. Das was im Widder begann, kommt nun in die Begegnung. Das Horoskop weist einen Skorpion- aszendenten auf. Wenn wir das Horoskop als Hinweis auf Entwicklungs- qualitäten der nächsten Zeit deuten, ist der Aszendent mit dem Herrschern Mars und Pluto der bestimmende Faktor. Die sind angebunden an Mond, Neptun, Chiron und Uranus. Könnte eine Zeit der Reibung werden, Unbehagen statt Wohlbehagen. Das Ringen um Gerechtigkeit kann von durchaus unangenehmer Natur sein, wie wir wissen. Waagethemen sind nicht immer schön.
Trotzdem, genießen wir die Momente des Glücks, wenn alles gerade in Balance ist. Und vom Waage-Mythos erzähle ich, wie gewohnt, beim nächsten Neumond.
Grüße von Siri
PS: Nachtrag zu Pholus. Pholus (Thema des letzten Posts) beschäftigt mich weiterhin. Ich habe mal geschaut nach einer schönen Pholus-Story und bin fündig geworden bei Herrn zu Guttenberg. Als er sein Fass "Ich-könnt-ja-mal-Kanzler-werden, und da brauch ich einen Doktortitel, das lass ich mal machen, wird schon nichts passieren" öffnete, wanderte zum Zeitpunkt, als die Kentauren den Inhalt des Fasses gerochen und ihn von der politischen Bildfläche wegputzten, Pholus über seine Schütze-Sonne.
Kommentare
schön ausgewogene Darstellung!
_Und nach meinen vagen astrologischen Erwägungen
wiegen sich die Waagen lieber in den Hüften
als auf der Waage.._
Die letztgradigen durchwärmenden Jungfrau-
SonnenStrahlen wage ich nachher im Straßencafé
zu genießen
und grüße
sehr gewogen
Mythopoet
Grüße von Siri