Von der Leber
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foto©siri |
Im Horoskop des Tages ist die Sonne durch ein gradgenaues Halbsextil von Uranus und einem Plutotrigon angetriggert. So ganz entspannt können wir es nicht genießen … da uns der gesellschaftlich allgegenwärtige Druck und die explosive Unruhe zur Zeit beschäftigen. Aber … Jupiter der Herrscher des Aszendenten steht entspannt in den Zwillingen an der Spitze des 7. Hauses … heute genießen wir die Beziehungen mit unseren Lieben … zwanglose Kommunikation steht ganz oben auf unserer Liste.
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Horoskop vom 1. Mai 2013, Karlsruhe |
Und da wir gerade bei Jupiter sind möchte ich … frei von der Leber weg … einen astrologischen Schwenk zur Leber machen, die dem Jupiter zugeordnet ist. Der Besuch einer Freundin, die Leberprobleme hat, ließ mich ein paar astrologische Gedanken zusammentragen. Die Leber ist der Sitz der Emotionen, und wenn wir Probleme mit der Leber haben, geht es um eine Störung des freien Flusses der Emotionen. Es geht um angestaute Emotionen, um Wut und Aggression und um das rechte Maß. Der Körper, und in diesem Fall die Leber, möchte uns etwas mitteilen: Wir sind nicht im rechten Maß. Womöglich kompensieren wir aus Frust dieses Ungleichgewicht mit zuviel Essen oder zuviel Alkohol. Natürlich lösen Kompensationen nicht unsere Probleme. Also überlegen wir, was den maßlos geworden ist? Das rechte Maß zwischen Mutter- und Frausein? Zwischen Dienen und Herrschen? Zwischen materiellem und spirituellem Denken? Zwischen Vater- und Mannsein? Zwischen Misstrauen und Vertrauen? Zwischen Freiheit und Gebundensein? An welchen Felsen haben wir uns gekettet?
Der Mythos des Prometheus ist mit diesen Gedanken verbunden. Prometheus, der das Feuer der Götter für die Menschen stahl, wurde an einem Felsen im Atlas gekettet. Tagsüber fraß der Adler des Zeus von seiner Leber und des Nachts wuchs die Leber wieder nach. Ursprung dieser Maßnahme war folgende Geschichte: Prometheus, der als Erwecker der Menschen galt, hatte seine Konflikte mit den Göttern und wollte ihnen ein Opfer bringen. Also schlachtete er einen schönen Stier. Er teile das Tier auf, indem er einen kleinen Haufen mit dem guten Fleisch in Stierhaut packte und den größeren Teil, in Form von Knochen und Fett, ebenfalls in Stierhaut einpackte. Er ließ diesen besonders attraktiv aussehen, indem er ihn noch mit Fett einstrich. Er bat Zeus zu wählen. Zeus durchschaute die List, nahm aber dem ihm zugedachten größeren Teil mit den wertlosen Knochen und Fett. Allerdings strafte er den unsterblichen Prometheus, indem er ihn an einen Felsen kettete und den Adler schickte. Diese Geschichte lehrt uns etwas über das gerechte Teilen und, dass wir uns an die Materie ketten. Prometheus wollte sich einen Vorteil verschaffen, weil er nicht an die Gerechtigkeit und Wohlgesonnenheit der Götter glaubte. Dies nennt man auch das prometheische Vorteilsdenken. Wir Menschen denken aus Erfahrung immer, dass wir zu kurz kommen könnten, das Gott es nicht gut mit uns meint, dass wir uns einen Vorteil verschaffen müssen, dass wir nicht vertrauen können. Im Sinnbild, der über Nacht nachwachsenden Leber, werden im Nachtbewusstsein unsere Wünsche und Träume aufgebaut. Im Tagbewusstsein werden diese Träume wieder zerhackt. So sind wir an den Felsen unserer Träume und Vorstellungen, unsere irdischen Ängste, Sorgen und Befürchtungen gekettet und wir glauben nicht, dass das Leben es mit uns gut meinen könnte. Wir gehen vom Schlechten aus und befürchten das Schlimmste, unsere Träume sehen wir unverwirklicht und wir geben auf, werden schwach und lethargisch. Stattdessen essen und trinken wir zuviel und werden maßlos. Immer, wenn wir uns etwas anderes wünschen, als das was wir bekommen, wenn wir denken "hätte ich nur", und "damals", und "wenn meine Eltern nicht" und so weiter …. und alle unsere Enttäuschungen uns davon abhalten, das "Es ist wie es ist" anzunehmen, hängen wir am Felsen. Wenn unsere inneren Überzeugungen von der Ungerechtigkeit und unserem Unvermögen so groß sind, dass sie uns beherrschen, wenn unsere inneren Glaubenssätze negativ sind … nein ich kann nicht, weil … dann hängen wir am Felsen. Also, sind wir lieb zu unserer Leber, vertrauen wir auf das Gute und versuchen wir uns vom Felsen ein bisschen zu lösen … der Retter ist nämlich Herakles, der Held in uns, der es wagt über sich hinauszuwachsen … der glaubt, dass er der Größte ist und alles schaffen kann … glauben wir daran, dass wir großartig und fantastisch sind, JEDER von UNS, auch DU. Lassen wir den Zeus in uns den besseren Teil zukommen, vertrauen wir auf das Schicksal und, dass für uns gesorgt wird.
Huch … das war ja ein Schlenker. Da ist es wieder mit mir durchgegangen ... mein junger Schütze würde jetzt sagen, "Ist okay Mama, ganz ruhig, ich hab´s ja nicht an der Leber *grins*" .... Ja und der aktuelle Jupiter aspektiert genau meine Venus, und die will das Gute und das Schöne und, dass es allen gut geht.
Alles Liebe Euch und einen schönen Tag
Siri
PS: Eine, meines Erachtens, lohnende Internetseite von Rüdiger Dahlke HIER:
Textauszug aus dem Bereich Symptomdeutung:
Leberkrankheiten
Symptom
frustrierende Umbauversuche der Leber, die auf der Suche nach einer Lösung wächst und wächst, ohne jedoch Plan oder Ziel zu haben; erschöpft sich dabei, bis zum Schluss kaum noch funktionierende Leberzellen, sondern nur Bindegewebe übrig bleibt: die sinnvolle Leber- und Lebensstruktur geht im Chaos der verzweifelt anmutenden Rettungs- und Umbauversuche unter;°unbewusster chronischer Konflikt bzgl. Themen der Weltanschauung, Religio und Wertung: tatsächliche Vernachlässigung dieser Themen; aggressiver, kräftezehrender Kampf um das rechte Maß; Einschätzungsprobleme darüber, was nützlich oder schädlich/giftig ist; Maßlosigkeit bei der Aufnahme; überzogene Expansionswünsche, zu hohe Ideale, Größenfantasien; Energie- und Potenzverlust als Korrektiv für ein Zuviel; Melancholie und ? Depression.
Körperebene
Leber (Leben, Wertung, Rückverbindung).
Bearbeitung
sich auf die Sinnsuche begeben, statt die Leber nach körperlichen Lösungen suchen zu lassen; die ursprüngliche Ordnung des Lebens schätzen und erhalten lernen;°bewusste, offen(siv)e Auseinandersetzung über Philosophie, Spiritualität und Sinnfragen; kritische Überprüfung dessen, was man für das rechte Maß hält; bewussteres Herausfinden, was einem zuträglich und was schädlich ist; erkennen, dass die Dosis das Gift macht (Paracelsus); Expansion in Bereichen von Philosophie und Religion statt in der Leber; geistige Auseinandersetzung mit weltanschaulichen Dingen statt mit geistigen Getränken (»In vino veritas« reicht nicht); sich mehr auf geistig-seelischer Ebene zumuten, damit Magen und Leber entlasten; sich in der Verausgabung von (sexueller und genereller) Energie beschränken; sinnvolle Be- und Einschränkung lernen; zur Ruhe kommen und in sich Ruhe finden; dem Leben die richtige (rechte) Richtung, ein Ziel, Ausrichtung (auf das Eigentliche) und Ordnung geben; das Leben umbauen, statt die Leber; sich offensiv für Gerechtigkeit – sich und anderen gegenüber – einsetzen.
Einlösung
Leben (Leber) im rechten Maß(stab); Vertrauen gewinnen; den eigenen Lebenssinn finden und im eigenen Leben umsetzen.
Urprinzipieller Bezug
Jupiter-Mars
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